Bild: SWR/Benoît Linder

Sashimi Spezial

Folge 1331

1. März 2026

Sender: SWR

Regie: Franziska Margarete Hoenisch

Drehbuch: Stefan Dähnert

So war der Tatort:

Rad-ikal.

Sashimi Spezial, dessen Titel auf eine beliebte asiatische Fisch-Spezialität zurückgeht, dreht sich nämlich um das illegale Treiben des Ludwigshafener Fahrradkurier-Kollektivs „Velo Punks“, das von der Hand in den Mund wirtschaftet – und dessen radikale Mitarbeitende gerne mal SUVs die Luft aus den Reifen lassen, gegen böse Autofahrer hetzen oder nachts deren Vehikel zertrümmern. Als einer der Kuriere direkt vorm Präsidium von einem Transporter zu Tode gefahren wird, ruft das Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) auf den Plan – und bereitet den Boden für einen bemerkenswert schlechten Tatort.

Das Drehbuch von Stefan Dähnert (Schweigen) erzählt einen hanebüchenen, schnell kaum noch ernstzunehmenden Kriminalfall: Nach dem Mord schleust sich Stern spontan (!) als Undercover-Ermittlerin im Lieferdienst unter Leitung der Chefin Zoe (Antje Traue, In der Familie (1)) und ihres Lebensgefährten Theo (Camill Jammal) ein – ohne Legitimation durch Odenthal oder den nach Krankheit zurückgekehrten Polizeidirektor Kurt Breising (Bernd Hölscher). Kein ganz untypisches Tatort-Manöver – dass aber niemand in der angeblich so eingeschworenen Truppe hellhörig wird, „Jo“ ihre Probezeit quasi über Nacht besteht und man ihr einige Tage später gar die Betriebsübernahme (!) anbietet, nimmt der Aktion jede Glaubwürdigkeit.


ODENTHAL:
Du kannst eine verdeckte Ermittlung nicht einfach so spontan angehen! Dazu braucht es monatelange Planung, eine nachprüfbare Legende, Papiere, Observationsteams! Für so eine Aktion gibt es nicht ohne Grund strikte Regeln!

STERN:
Also ziehst du mich ab.

ODENTHAL:
Nein, natürlich nicht.

Dann sind da die miserablen Kostüme, bei deren Auswahl genauso tief in die Klischeekiste gegriffen wurde wie bei der Ausgestaltung der Figuren: Nahezu jede Person, die nicht auf Seiten der Kripo steht, sieht in diesem Krimi verkleidet aus. Zugekleistert mit kapitalismuskritischen Aufnähern wie „EAT THE RICH“ tragen die idealistischen Kuriere um Lissi (Rabea Lüthi, Fiderallala), „Kette“ (Ali Reza Ahmadi) und Eddi (Leonard Kunz, Abbruchkante) auf dem Rad neben Funktionskleidung auch gern mal ausladende, pastellfarbene Joggingjacken oder Baggy-Pants. Darin und mit ebenfalls mit aktivistischen Aufklebern vollgepappten Rucksäcken auf dem Rücken düsen sie durch Ludwigshafen, einer Stadt, die für manches bekannt ist, aber sicher nicht für ihre Fahrradkultur.

Dann ist da die Regie der bis dato vor allem durch am Fließband produzierte Vorabendformate wie SOKO Stuttgart oder WaPO Bodensee in Erscheinung getretenen Franziska Margarete Hoenisch (Solange du atmest), von denen sich dieser Tatort zwar durch seinen TV-Termin zur besten Sendezeit, aber nie durch seine seelenlos-künstliche Ästhetik abhebt: Sterile und plakativ eingerichtete Settings, dünne Dudelmusik, altbacken arrangierte Befragungen, hölzerne und maximal aufgesetzte Dialoge, repetitive Velo-Fahrten von A nach B oder unfreiwillig komische Verfolgungsjagden (Stichwort: Airbag) machen den 1331. spätestens auf der Zielgeraden zur realitätsfernen Lachnummer.

Sämtliche Nebenfiguren – das schließt den in zwielichtigem Kontakt zum Kollektiv stehenden Unternehmer Benjamin Menz (Robert Stadlober, Spur des Blutes) mit ein – wirken wie überzeichnete Holzschnitte. Vielschichtige Charaktere, die über Schubladen hinausgehen, sucht man vergeblich. Da braucht es etwa für die vermeintlich integre Firmenchefin, die ihre Fahrradkuriere Fentanyl unters Volk bringen lässt, einen Sohn mit Querschnittslähmung, der auf eine teure Behandlung in der Schweiz angewiesen ist und so die illegalen Machenschaften seiner besorgten Öko-Mutter rechtfertigen soll – plumper kann man es kaum konstruieren. Auch die bisher so erfrischende Polizeianwärterin Mara Hermann (Davina Fox) und Assistent Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler) sind diesmal Gefangene des schwachen Drehbuchs.

Last but not least scheitert Sashimi Spezial auch als Whodunit: Die Auflösung ist vorhersehbarer als ein Busfahrplan und die Spannungskurve so flach wie die Radwege am Rhein. Statt von fiebrigen Ermittlungen in einer knallharten Mindestlohn-Branche zu erzählen, die im Übrigen bereits der Kölner Tatort Des Anderen Last und der Berliner Tatort Erika Mustermann beleuchteten, beschränkt sich der Film auf ein seichtes Versteckspiel, das ähnlich wie der thematisch verwandte, laue Münster-Tatort Die Erfindung des Rades ohne Thrill vor sich hinplätschert. Eingestreuter Humor konterkariert den eigentlich ernsten Erzählton – einzig witziger Moment ist aber jener, in dem Stern sich beim argwöhnischen Theo für ihren eigenwilligen Musikgeschmack rechtfertigt.

Retten tut das unterm Strich wenig, denn der schwächste Odenthal-Tatort seit Waldlust und Babbeldasch erlaubt sich neben einer abenteuerlich ausklingenden Krawallaktion („Prügelei“ zwischen Stern und Odenthal inklusive) auch noch ein einschläferndes Ständchen am Unfallort, das dem TV-Publikum zwar die Gelegenheit für Verpflegungsnachschub eröffnet, dramaturgisch aber der Vollbremsung des Schneckentempos gleichkommt. Und dann ist da noch ein Satz, der dem Ganzen die Krone der mangelnden Originalität aufsetzt: „Er kannte von allem den Preis, aber von nichts den Wert“, philosophiert Lissi über ihren verstorbenen Kollegen – und zitiert damit fast 1:1 eine abgegriffene Floskel, die bereits im vier Monate zuvor gesendeten Lindholm-Tatort Letzte Ernte verwendet wurde. Der Drehbuchautor war derselbe.

Bewertung: 2/10


Kommentare

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35 Kommentare zu „Sashimi Spezial“

  1. Hat man nicht gebraucht. An den Schauspielern lag es nicht, aber am grauenhaftem Umfeld und dem Drehbuch . Also ich kenne noch ein anderes Deutschland.

  2. Avatar von Sonja Redmer
    Sonja Redmer

    Ah, 2 von 10 Punkten, ja, genau mein Empfinden. Unlogisch, klischeehaft.
    Schade um den Tatort. Nichts mehr, was man unbedingt schauen muss. Leider.

  3. Avatar von Steiner

    Endlich mal ein Tatort, in dem die Beamten mehr Straftaten begehen als die Täter. 😂

  4. Avatar von TATORT FAN
    TATORT FAN

    Es gab in der letzten Zeit Tatort-Folgen, die waren mir echt zu anstrengend. Aber es gibt für mich Ermittler, die sind Erfolgsgarantie: Eine davon ist Odental – die Filme sind immer spannend und voller überraschender Wendepunkte; wenn auch manchmal eher unrealistisch, aber dafür ist es ja ein Film. Ich war gestern jedenfalls an den Fernseher gefesselt, hatte nicht einmal Zeit für ’ne PP, weil ich ja was entscheidenes verpassen könnte. Nun ja, die spontane und eigenverantwortlich durchgezogen Undercover-Nr. wird im wahren Leben nicht funktionieren, außerdem habe ich jeden Moment darauf gewartet, dass sie jemand auf den Aufnahmen der Helmcamera erkennen würde. Und dann am Ende die übliche Ballerei – was ja in Deutschland ein absolutes No go ist – die Polizei darf ja nicht einmal die Hand an die Waffe nehmen oder gar in dieLuft schießen… aber was solls – am Ende ist alles Friede, Freundschaft, Eierkuchen… kein Nachspiel, keine Folgeschäden… Aber dafür ist es ja ein Film – der Zuschauer braucht doch sein Happy End. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und fand, das war seit langem wieder mal ein guter Krimi. Weiter so.

    1. Ist ja fast zu beneiden oder zu bedauern, wenn sich jemand von so einem Schmarrn „gut unterhalten “ fühlt…traurig geht die Welt zu Grunde

  5. Avatar von Katharina
    Katharina

    Wie leider so oft in letzter Zeit ein Tatort, eigentlich zum Umschalten, gruselig . Aber da wir früher „Lena Odenthal “ sehr gerne gesehen haben, haben wir es „ausgehalten“. Leider! Eine Beamtin beim Springen auf „bösen “ Autos zuzusehen, also einer ungeahnten Sachbeschädigung, ist schon äußerst grenzwertig, aber war ja für einen guten Zweck! Wir sind raus aus dem „Tatort „, hat sich endgültig erledigt. Und Gruß an den Kommentator Volkmann, vielleicht nüchtern schreiben, dann wirds auch nicht so peinlich. Staune tatsächlich, dass so ein Kommentar durch Ihre Netiquette geht!

  6. Avatar von Melanie Link
    Melanie Link

    Also ich weiss nicht. Der Anfang war erstaunlich gut. Hat dann aber nach dem ersten Drittel stark nachgelassen und die letzten 5 Minuten… Oh mein Gott!
    Die Komissarin mit der Waffe in der Hand lässt sich auf dem Beifahrersitz stumm durch die Gegend karren, um exakt vor dem Revier die Handbremse zu ziehen??? Wer denkt sich den so einen blödsinn aus.
    Da scheint der Regie aufgefallen zu sein, dass nur noch 2 Min. Film zum beenden des Dramas vorhanden sind.
    Was für ein mega Quasch

  7. Ich sehe den Tatort deutlich positiver als die Redaktionskritik. Sicherlich, man kann über die überzeichneten Charaktere streiten, aber seien wir ehrlich: Das ist ein generelles Tatort-Phänomen. Wir Menschen denken nun mal gerne in Kategorien und „Schubladen“, und der Film nutzt das konsequent aus, um seine Geschichte zu erzählen.
    Ein kleiner Wermutstropfen war für mich zu Beginn allerdings das Setting. Gefühlt ist das Milieu der Lieferdienste und Fahrradkurier-Prekarität gerade ein Dauerbrenner beim Tatort. Erst vor kurzem hatten wir den Berliner Fall „Erica Mustermann“, bei dem eben auch ein Fahrradkurier umgebracht wird.
    Die Täterfrage war hier vielleicht nicht das komplexeste Rätsel der Krimi-Geschichte, aber das war für mich auch gar nicht der Motor der Handlung. Viel spannender fand ich die internen Verwicklungen im Präsidium. Besonders die Figur des jungen Büroermittlers Lukas Akkaya brachte eine tolle Dynamik rein: Erst die Ungewissheit, ob er selbst Kunde des zwielichtigen Dienstes ist, und dann die dubiose Rolle des Polizeipräsidenten Dr. Peter Kaiser. Dass am Ende sogar offenbleibt, wie tief Kaiser wirklich im Sumpf steckt, gibt dem Ganzen eine angenehme Schwere.
    Für mich ein überdurchschnittlicher Fall, gerade weil er das Team in Ludwigshafen intern ordentlich durchschüttelt. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Risse im Apparat in den nächsten Folgen weiterentwickeln!

  8. Avatar von Heinz Endemann
    Heinz Endemann

    Habe nach 10 Minuten ausgemacht. Wieder solch ein Mist. Nach der Kritik von heute genau das richtige.

  9. Avatar von

    Ich fand den Tatort auch durchschnittlich so um 4 von 10 Punkten. Doll nicht, aber jetzt nicht ganz unterirdisch. Was aber im Artikel oder in den Kommentaren nicht geschrieben wurde, ist das Ende. Der Polizeichef, der abhängig von den Fentanülpflaster ist, hat sich einen Mord begangen, um seine Beteiligung nicht auffliegen zu lassen. Bin gespannt, ob das in einer der nächsten Folgen aufgegriffen wird.

  10. Avatar von Fabian

    Stimme Sascha zu. Die vergangenen Wochen waren ja überwiegend zum wegschauen, aber der gestrige Tatort war meines Ermessens auch nicht sooo übel und keine 2/10.

  11. Avatar von Till Helmbold
    Till Helmbold

    Nicht spannend, unlogisches Drehbuch grauenhaft peinliche Szenen – Darsteller rennen über Autos und dazu wird Hiphop aus den neunzigen eingespielt?! Brutal unerträglich

  12. Avatar von Dirk Peters
    Dirk Peters

    Die Drehbücher der Tatorte strotzen vor oberflächlichen Handlungen. Dabei verkommt die Serie zunehmend zu einer Beschäftigungsplattform für mittelmäßiges Schauspielpersonal.
    Immer mal wieder ein- und dann doch schnell umgeschaltet! Was machen Sie nur mit unseren Gebühren?

  13. Avatar von Reiner

    Ich frage mich ob Ulrike Volkerts das Drehbuch vorher gelesen hat. Wer denkt sich so einen Mist aus. Jeder der sich ein wenig mit tatsächlicher Polizeiarbeit auskennt schaltet nach 20 min ab. Ich war eigentlich immer ein Fan von Frau Volkerts, dass sie sich für einen solchen Bullshit hergibt ist traurig. wenn den Autoren sonst nichts mehr einfällt sollen sie es einfach lassen.

  14. Avatar von Marina

    Ich habe mich mal wieder gefragt, was die echten Polizeibeamten davon halten, so dargestellt zu werden …..

    Da bin ich doch zufrieden und beruhigt, dass die anders ticken und agierenals ihre Fernsehkollegen.

  15. Avatar von Carsten Müller
    Carsten Müller

    Als alteingesessener Tatort-Gucker macht man ja einiges mit. Auch die letzten Monate. Aus Tradition und Hoffnung bin ich trotzdem treu geblieben.
    Aber auch bei diesem Tatort: wieder nur eine verblassende Hoffnung auf Besserung.

    Seit Monaten frage ich mich ernsthaft: Schaut da eigentlich noch jemand kritisch drüber, bevor das gesendet wird? Das wirkt nicht mehr wie ein Ausrutscher, eher wie ein System.
    Die Handlungen sind konstruiert, die Logik biegt sich, wie sie gerade passt, Figuren bleiben extrem blass. Spannung entsteht höchstens aus der Frage, ob es noch schräger wird. Es ist inzwischen mehr Fremdschämen als Mitfiebern.

    Vielleicht wäre es ja mal erfrischend, wenn die ARD öffentlich sagen würde:
    „Ja, wir haben Luft nach oben. Wir nehmen die Kritik ernst. Und wir stellen die Zuschauer wieder in den Mittelpunkt.“
    So ein klares Qualitäts-Versprechen würde schon reichen, dann wäre ich sofort wieder dabei.

    Bis dahin bleibt der Sonntagabend nach 30 Jahren erstmal tatortfrei.
    ARD-Pause auf unbestimmte Zeit. So, wie es einige Bekannte von mir schon längst vorleben. Schade. Wirklich schade.der Sonntagabend hätte mal wieder Qualität verdient.

  16. Avatar von Robert Simon
    Robert Simon

    Beim singen vor dem Polizeirevier hab ich umgeschaltet und den Rest von Johann König seiner Show gesehen…. ich bedaure zu tiefst das ich die nicht von Anfang an gesehen habe sondern den schwachsinns Tatort angefangen habe zu schauen.

  17. Avatar von Tatort Fan
    Tatort Fan

    Spannender Tatort! 9/10 Punkten
    Natürlicih etwa konstruierte Situation, dass Johanna Stern in den undercover Einsatz rutscht, aber fand es gut gemachm unterhaltsam, temporeich und mit spannender Atmosphäre!
    die beiden Neuen in Ludwigshafen, Mara und vor allem Nico finde ich super!

  18. Avatar von Edgar Steiger
    Edgar Steiger

    Tja, was sagt die gemeine Tatort-Fanin zu Sashimi Spezial, nach dem Ende ihres Kopfschüttelns: Dieser Velokrimi hatte eine Acht im Rad, nein, eine Doppelacht in beiden Rädern – so gewaltig geeiert hat der. 90 lange Minuten erbarmenswert schlecht, verunglückt, fehlgeschlagen, ohne Inspiration, industriell konstruiert, ökoaktivist*innenbeleidigend. Autoholiker höchstens könnten insgeheim ihre hämische Freude daran gehabt haben. Schade um das brachliegende, ungenutzte Schauspieler*innen-Potenzial.

  19. Avatar von Lutz G.

    Die oben stehende „offizielle“ Kritik bringt Vieles auf den Punkt.

    Daß Kommissarin Lena einen an der Waffel hat, ist ja nichts Neues. Sie interpretiert, bzw. ignoriert penetrant jegliche Dienstvorschriften und polizeitaktischen Verhaltensweisen, läßt sich stattdessen von abstrusen Emotionen leiten ;-(

    Die Story mit dem kriminellen Fahrradkurierservice ist ein sehr alter, recht verschlissener Hut!

    Unerträglich dämlich ist der Showdown: Die enttarnte Agentin, eine versierte Fahrradfahrerin, fährt brav vor dem Lieferwagen her, der sie verfolgt, um sie zu überfahren. Abbiegen stand wohl nicht in dem beknackten Drehbuch…

    Dann der finale Regieknaller: der fette drogensüchtige „leitende Polizeidirektor“ hat zufällig eine geladene entsicherte Pistole in der Jackentasche – er entpuppt sich als Kunstschütze und schießt dem einzigen Zeugen, der ihn belasten könnte, genau ins Herz !!

    Das süffisant grinsende Arschloch wird dem „Team“ wohl erhalten bleiben – Hallelujah 😉

  20. Nicht gut, aber deutlich besser als in der Vorabkritik angedeutet.

  21. Avatar von

    „Sashimi Spezial“: ebenso wie (anscheinend) die Sushilieferung ist auch diese Tatort-Folge „nicht mal so gut“.

    Dabei gestaltet sich der Undercover-Einsatz von Kommissarin Stern anfangs noch durchaus unterhaltsam, wenn man keinen allzu großen Wert auf stringente Logik legt. Als Sportskanone gibt Johanna – Verzeihung, Jo – Stern eine gute Figur ab. Dass sie sich im Handumdrehen im Team integriert, kann man dem Drehbuch mal durchgehen lassen. Und der Undercover-Einsatz liefert einige lustige Momente, etwa die Musikgeschmack-Ausrede oder auch die Sachbeschädigung.

    Allerdings wirken viele Szenen unwahrscheinlich gestellt: Direkt nach der Sachbeschädigung zum Beispiel hätte das Treffen auf Lena Odenthal niemals als tatsächliche Auseinandersetzung mit der Polizei durchgehen dürfen.

    Zudem spiegelt der Film die harte Arbeit der Fahrradkuriere in keinster Weise wider: Stattdessen drehen Johanna und ihr Kollege ganz entspannt ein paar Runden, als sie ihre Taschen wechseln. Hier wird ein Knochenjob als Hobby romantisiert.

    Besonders wild wird es am Ende, das mit einer hanebüchenen Verfolgungsjagd und einer vergessenen Tasche mit Tablet (mit dem sich der Maulwurf doch überführen ließe, oder nicht?) aufwartet.

    Unterm Strich werden das schwache Drehbuch und die misslungene Regie von einigen gelungenen Gags nur sehr bedingt aufgefangen. Obwohl ich das Team mag, leider nur schwach: 3/10 Punkte.

  22. Avatar von Sascha

    Von Ludwigshafen erwarte ich keine „guten“ Tatorte. Für das, was sonst an Niveau hier geboten wird, war der heutige aber erstaunlich gut, so dass ich die Einschätzung im Artikel hier nicht teile. War das ein toller Tatort? Nö. Aber so unterirdisch wie hier dargestellt fand ich ihn auch nicht. War etwas seichte Abendunterhaltung, die dank Klischee-Festival nicht viel abverlangt hat, aber da waren schon deutlich langweiligere dabei. Ziemlicher Durchschnitt, würde sagen so 4-5/10.

  23. 2/10 scheinen noch geschmeichelt für diesen miserabelsten Tatort der Fernsehgeschichte. Zum weglaufen, so absurd schlecht, dass man sich fragt,
    wie das überhaupt möglich sein kann.

  24. Avatar von

    Ich weiß nicht. Klar, war das alles wenig realistisch, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt. 6/10

    1. Avatar von

      Ja, bei mir auch. Fühlte mich gut unterhalten, manches vielleicht einfach, aber das ist ok.
      Bei mir 7 von 10.

    2. Genau so finde ich auch-

  25. Avatar von Martin Volkmann
    Martin Volkmann

    Räblöh, räblöh, räblöh!
    Natürlich dreschen zahlreiche „Tatort“-Folgen Klischees ohne Ende. Das wissen wir Zuschauer*innen und Gebührenzahler*innen alle. Und auch ihr Afdisten-Gebühren-Verweiger*innen jedes denkbaren Geschlechts.
    Ich wünsche mir, dass ihr GEZ-Rebell*innen [sic!] auch gegen das stinkende Dutzend der lächerlichen 08/15- Vorabend-„Krimis“ protestiert, oder gegen den volksverblödenden Kackdreck unter dem Label von Helene Fischer, Giovanni Zarella oder Beatrice Egli. Nichts gegen diese Künstler*innen – aber aus meinen Rundfunkgebühren muss kein Kackdreck finanziert werden.
    Der „Tatort“ ist kein Kackdreck. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. „Sashimi extra“ ist jeden Gebühren-Euro wert.

    1. Avatar von So isses
      So isses

      Na wenn das Dein kulturelles Niveau ist. Gute Nacht!

  26. Avatar von Tatort1

    Spätestens als a tribe called quest genutzt wurde bei dieser Fahrrad fahr/auf Autos rumhüpfen Szene hab ich abgeschalten. Fremdscham.
    Mieses Schauspiel, das Team sollte es einfach lassen.

    1. Avatar von Klaus Barro
      Klaus Barro

      Unrealistisch und konstruiert wie so oft, ein 08/15 Produkt wie die vielen billig Produktionen aus anscheinend der gleichen Feder. Kann man leider nur abschalten.

  27. Avatar von Claudia

    Plump, klischeeüberfrachtet, realitätsfern, vorhersehbar, peinlich – 0 von 10 Punkten!

  28. Avatar von Richard

    An den Haaren herbei gezogene Story. Schlimmer gehts nimmer!

  29. Avatar von Elke Reinecke
    Elke Reinecke

    Dieser Kritik ist kaum etwas hinzuzufügen. Vielen Dank!

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