Schauspieler Klaus J. Behrendt, der seit den 90er Jahren als Hauptkommissar Max Ballauf für den Tatort aus Düsseldorf und Köln im Einsatz war, verlässt die Krimireihe auf eigenen Wunsch. Das gab der WDR in einer Pressemitteilung bekannt.
Im Jahr 2027 sind die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) seit stolzen 30 Jahren im Tatort aus Köln im Einsatz: Ihr erster gemeinsamer Fall Willkommen in Köln, in dem Ballauf noch Schenks Vorgesetzter ist, datiert von 1997. Er bildete den Auftakt zu einer Erfolgsgeschichte, die bis heute weitergeschrieben wurde. Im Jahr 2027 findet sie nun ein Ende.
Wie der WDR am 22. September 2026 in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird die 100. Tatort-Folge aus Köln nämlich der letzte Einsatz von Max Ballauf sein: Schauspieler Klaus J. Behrendt, der vor seinem Dienstantritt in Köln bereits acht Mal als Kommissarsanwärter im Tatort aus Düsseldorf an der Seite von Bernd Flemming (Martin Lüttge) zu sehen war, verabschiedet sich im 2027 aus persönlichen Gründen aus der Krimireihe. Der WDR dankt Behrendt in der Pressemitteilung sehr herzlich für seinen langen und intensiven Tatort-Einsatz und attestiert ihm in seiner Rolle „große Authentizität und emotionale Tiefe“. Sein letzter Tatort soll noch in diesem Jahr gedreht werden.
Das sagt Klaus J. Behrendt zu seinem Ausstieg
„Max Ballauf hat mich fast die Hälfte meines Lebens begleitet. Als Dietmar Bär und ich 1997 unseren Dienst als Tatort-Kommissare in Köln antraten, hatte ich […] bereits acht Fälle […] im Düsseldorfer Tatort gedreht. Dass dann noch einmal 100 Fälle folgen würden, war für mich damals unvorstellbar“, so der Schauspieler. „Mein Entschluss, dieser Rolle pünktlich zum 30-jährigen Dienstjubiläum Lebewohl zu sagen, ist mir nicht leichtgefallen, reift aber schon länger in mir. Mein Ziel waren immer 100 Folgen“, wird Behrendt in der Pressemitteilung zitiert. Er bedankt sich darin auch dem WDR, der Produktionsfirma und weiteren Beteiligten vor und hinter der Kamera für die erfolgreiche Zeit. Nun freue er sich darauf, mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben – auch wenn das nicht heiße, dass er gar nicht mehr vor der Kamera stehen wolle.
Dietmar Bär macht als Freddy Schenk weiter
Dietmar Bär, den eine enge Freundschaft mit Klaus J. Behrendt verbindet und der im Jahr 1998 nach dem vielgelobten Tatort Manila den gemeinnützigen Verein „Tatort – Straßen der Welt e.V.“ mit seinem langjährigen Kollegen gründete, wird dem Kölner Tatort hingegen erhalten bleiben – auch über die 100. Folge hinaus. Bär wird in der Pressemitteilung so zitiert:
„Als Klaus mich damals fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm zusammen ab 1997 beim WDR das neue Tatort-Team in Köln zu werden, hat wohl keiner von uns beiden eine Sekunde daran gedacht, dass wir im Jahr 2026 werden überlegen müssen, wie es denn weitergehen könnte. Nach 100 Folgen!! Nach fast 30 Jahren konstantem Erfolg und – fast – immer gutem Echo und Zuspruch unserer Zuschauer“, so Bär. Die beiden Schauspieler hätten sich intensiv über Behrendts Entscheidung, auszusteigen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, ausgetauscht. Er habe das schweren Herzens zu akzeptieren. „Ich und unser Kölner Team haben noch Lust, weiterzumachen. Also: Let’s go“, richtet Dietmaa Bär den Blick bereits nach vorn.
Wann er seinen ersten Tatort ohne Klaus J. Behrendt dreht und ob es einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Max Ballauf geben wird, lässt der WDR offen. Mit Norbert Jütte (Roland Riebeling), der seit Mitgehangen von 2018 zum Kölner Team zählt, stünde ein potenzieller Nachfolger jedenfalls bereit. Fest steht, dass Folge Nr. 97 mit dem Arbeitstitel Die guten Leute und Folge Nr. 98 mit dem Arbeitstitel Der Glücklichmacher bereits 2025 abgedreht wurden und in den nächsten Monaten auf Sendung gehen werden. Zwei weitere Folgen müssen also noch produziert werden, damit der Tatort aus Köln auf 100 Folgen kommt. Ballaufs letzter Fall soll laut WDR voraussichtlich im Herbst 2027 ausgestrahlt werden – ein durchaus sportlicher Zeitplan.
Über den aktuellen Stand der Dreharbeiten informieren wir in unserem Drehspiegel.
Auch Joe Bausch äußert sich zum Ausstieg
Joe Bausch, der seit 1998 im Kölner Tatort den beliebten Rechtsmediziner Dr. Roth spielt, zeigte sich am 22. September 2026 „überrascht“ vom Tatort-Ausstieg von Klaus J. Behrendt. Er wird allerdings nicht vom WDR zitiert, sondern äußerte sich in einem Interview mit dem Soester Anzeiger.
Dass das Team gesprengt und nur noch bis 2027 gemeinsam zu sehen sein werde, habe der ehemalige Gefängnisarzt Bausch erst durch den Anruf der Lokalzeitung erfahren. Tags zuvor habe er noch gedreht, am Set sei das kein Thema gewesen. „Ich verneige mich davor, vor seiner Arbeit“, wird Bausch vom Soester Anzeiger zitiert. Dass Behrendt mit dem Gedanken ans Aufhören gespielt habe, sei ihm bekannt gewesen. Man habe auch schon häufiger im Team diskutiert, wie lange das mit dem gemeinsamen Dreh noch so weiterlaufen solle, aber schon länger nicht mehr darüber gesprochen.
Natürlich sei es schade, wenn jemand ein Team verlasse, so Bausch. „Ich bedaure das, keine Frage, dass es in der Kombination nicht weitergeht. Aber wenn Klaus das so für sich entscheidet, dass es nun endet, dann kann ich das als Schauspieler und als Mensch, der ihn kennt, verstehen.“ Er selbst würde „auch die 100 gerne voll machen“.
Bis es Joe Bausch in seiner Rolle als Dr. Roth auf 100 Fälle bringt, dürften allerdings noch einige Jahre ins Land gehen: Da der Schauspieler nicht bei jeder Produktion dabei war, kommt er aktuell „nur“ auf 85 ausgestrahlte Folgen. Bei drei neuen Kölner Krimis pro Jahr müsste der 73-Jährige also noch einige Jahre weiterdrehen. Sein fortgeschrittenes Alter stelle für ihn allerdings kein Problem dar: „Bei einem Menschen, der den Leichenwurm macht, erwartet man ja nicht, dass er gut aussieht.“ Zudem müsse er deutlich weniger Zeit am Set verbringen als die Hauptdarsteller. „Ich habe längst nicht so viel an der Backe“, wird Bausch in der Lokalzeitung zitiert.


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