Bild: HR/Bettina Müller

Wann kommt der nächste Tatort mit Ulrich Tukur?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten neuen Tatort aus Wiesbaden mit Felix Murot (Ulrich Tukur) und Magda Wächter (Barbara Philipp) sendet – und was gerade gedreht wird.


Der letzte neue Tatort mit Felix Murot (Ulrich Tukur) hieß Murot und der Elefant im Raum und lief am 28. Dezember 2025: Der Wiesbadener LKA-Kommissar sucht in diesem Tatort fieberhaft nach dem Aufenthaltsort eines Fünfjährigen, den seine Mutter allein in einer Waldhütte im Taunus zurückgelassen hat. Anschließend ist sie ins Koma gefallen.

Uns hat dieser schräge Experimentalkrimi, in dem der hessische Ermittler mit einem Neuro-Feedback-Apparat in die Psyche (!) der verunglückten Mutter eindringt und dort nach Hinweisen auf den Verbleib des Kindes sucht, nur bedingt überzeugt: Einigen originellen Einfällen und tollen Dialogen stand eine reichlich abstruse Story gegenüber, so dass es nur für 5 von 10 Punkten auf unserer Bewertungsskala reichte. Beim TV-Publikum hatte der Tatort – wenig überraschend – einen noch schwereren Stand, viele Zuschauende empörten sich geradezu über den Film. Auch die Einschaltquote fiel mit gerade einmal 4,95 Mio. Menschen und weniger als 20 Prozent Marktanteil in Deutschland für Tatort-Verhältnisse desaströs aus.

Wie geht es nun in Hessen weiter?

Der nächste, erneut sehr übersinnlich angehauchte Murot-Tatort befindet sich bereits in Produktion: Im April 2025 fiel unter Regie von Christoph Röhl, der bis dato noch nicht für die Krimireihe aktiv war, die erste Klappe zu Murot und das Gespenst. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Paul Salisbury, der bereits die Geschichten zu den Kölner Tatort-Folgen Schutzmaßnahmen und Des anderen Last schrieb. Im Film ermitteln Murot und Wächter in einem luxuriösen Altenheim, in dem eine Altenpflegerin ermordet wurde. Die ermordete junge Frau erscheint dem perplexen Murot bei den Ermittlungen als hartnäckiger Geist, der sich nicht abschütteln lässt und gemeinsam mit Murot seinen eigenen Mord mitaufklären will. Wächter hingegen wendet konventionelle Ermittlungsmethoden an und stößt auf einen weiteren ungelösten Kriminalfall. Der Hessische Rundfunk hat diesen Tatort für das 4. Quartal 2026 im TV angekündigt. Über Dreharbeiten in Offenbach mit Eindrücken vom Set berichtet op-online.de, über Dreharbeiten im Bad Homburger Gustavsgarten und im Schloss die Frankfurter Neue Presse.

Ob es darüber hinaus einen weiteren Murot-Tatort geben wird, ist noch nicht bekannt: Bereits im Juli 2022, in dem Ulrich Tukur seinen 65. Geburtstag feierte, ließ der Schauspieler durchklingen, dass sich das Ende seiner Tatort-Ära anbahnt. In einem Interview bei T-Online sprach er von „zwei, drei Jährchen“ und verwies darauf, dass Staatsbeamte in diesem Alter normalerweise im Pensionat seien. Grundvoraussetzung für weitere Folgen sei außerdem, dass man sich nicht wiederhole und authentisch bleibe. Auch in einem RND-Interview äußerte sich der Künstler 2022 zum Ende seiner Tatort-Laufbahn: „Endlos werde ich das natürlich nicht weitertreiben; irgendwann schwächelt der Sender, erlahmen die Drehbücher, entzieht sich das Publikum, dürfen alte weiße Männer keine Polizisten mehr spielen – oder ich kann mir meine Sätze nicht mehr merken.“ Im Mai 2025 ergänzte Tukur in einem Setbericht der Hessenschau zum Tatort Murot und das Gespenst: „Solange wir noch überraschen und Haken schlagen können, solange machen wir es noch weiter. Nicht mehr, bis ich 95 bin, dann erübrigt sich das biologisch – aber im Augenblick macht es noch Spaß.“

Die nächsten TV-Termine für den Murot-Tatort im Überblick:

Murot und das Gespenst
voraussichtlich 4. Quartal 2026

Über den Wiesbadener Tatort

Die Tatort-Folgen mit LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) zählen eindeutig zu den meistgeliebten, aber auch zu den meistgehassten und umstrittensten der Krimireihe – und für große Teile des Feuilletons auch eindeutig zu den besten.

Nicht von ungefähr haben der Hessische Rundfunk (HR) und die beteiligten Regisseure und Drehbuchautoren seit dem Erstling Wie einst Lilly von 2010 schon reihenweise Filmpreise für ihre mutigen und eigenwilligen Arthouse-Krimis abgeräumt. Von den deutschen Fernsehzuschauern wird das aber nicht immer honoriert: Mit Blick auf die Einschaltquoten rangieren die Tatort-Folgen aus Wiesbaden meist auf den hinteren Plätzen.

Bei den Zuschauern sorgen die ausgefallenen Tatort-Experimente fast zwangsläufig für ein geteiltes Echo und liefern dabei reichlich Gesprächsstoff: Die bahnbrechende Shakespeare-Tarantino-Western-Oper Im Schmerz geboren von 2014 hält nicht nur den Rekord für die meisten Leichen in einer Tatort-Episode, sondern gilt bei vielen Filmkritikern (unsere Redaktion eingeschlossen) als beste Tatort-Folge aller Zeiten. Murot und seine Assistentin Magda Wächter (Barbara Philipp), die ihm in allen Krimis aus Hessen zur Seite steht, treffen darin auf den charismatischen Gegenspieler Richard Harloff (Ulrich Matthes) – ein grandios gespieltes Psychoduell.

Die komplex verschachtelte und vor Selbstironie förmlich triefende Film-im-Film-Konstruktion Wer bin ich? von 2015, in der der Schauspieler Ulrich Tukur seiner Figur Felix Murot sowie den Tatort-Kollegen Wolfram Koch und Martin Wuttke begegnet, sowie die köstliche Hollywood-Hommage Murot und das Murmeltier, die die Idee aus der Zeitschleifenkomödie Groundhog Day aufgreift, erhielten von uns 2015 und 2018 ebenfalls die Höchstwertung. 

Dafür hat es bei der stylishen Edgar-Wallace-Hommage Das Dorf von 2011 und dem atmosphärisch wahnsinnig dichten Tatort Es lebe der Tod von 2016 zwar nicht ganz gereicht, doch auch diese beiden Krimis zählen aus Sicht unserer Redaktion zum besten, was man sonntags in der ARD zu sehen bekommt. Knapp an der Höchstwertung vorbei schrammte 2023 auch der Tatort Murot und das Paradies, der ebenfalls mit zahlreichen Hollywood-Verweisen aufwartete und bei großen Teilen des Publikums durchfiel.

Cineasten kamen auch 2019 beim Tatort Angriff auf Wache 08 auf ihre Kosten, weil die Filmemacher zahlreiche Motive und Handlungselemente aus John Carpenters Thriller „Assault – Anschlag bei Nacht“ von 1976 aufgriffen und in einen spannenden Sonntagskrimi ummünzten. Eine nicht minder sehenswerte Hommage an Jaques Tatis heitere Sommerkomödie „Die Ferien des Monsieur Hulot“ war wiederum der Tatort Die Ferien des Monsier Murot von 2020, der mit einer köstlichen Doppelgänger-Idee überzeugte.

Auch der meist so starke Tatort aus Wiesbaden hat bisweilen aber kleine Durchhänger: Der dritte Murot-Tatort Schwindelfrei von 2013, der in einem Zirkus spielt und Ulrich Tukur die Gelegenheit zum Musizieren gab, fiel im Vergleich zu anderen Folgen aus Wiesbaden recht harmlos aus. Im prominent besetzten Tatort Murot und das Prinzip Hoffnung von 2021 hingegen verhedderten sich die Filmemacher in einem philosophischen Exkurs, den die tolle Darstellerriege um Ulrich Tukur, Karoline Eichhorn und Lars Eidinger nur bedingt auffangen konnte. Auch Murot und das Gesetz des Karma von 2022, Murot und das 1000-jährige Reich von 2024 sowie der schräge Murot und der Elefant im Raum von 2025 blieben hinter den (allerdings inzwischen auch sehr hohen) Erwartungen zurück.