Bild: SRF/Sara Hlavacek

Wann kommt der nächste Tatort aus Zürich?

Hier erfährst du, wann ARD und SRF den nächsten Schweizer Tatort mit Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) senden – und was gerade gedreht wird.


Die letzte neue Tatort-Folge mit den Kantonspolizistinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) hieß Könige der Nacht und lief am 2. Mai 2026: Das Ermittlerinnenduo aus Zürich muss darin den Mord an einem jungen Sex-Arbeiter aufklären, den eine illegal in der Schweiz lebende Geflüchtete beobachtet hat.

Uns hat der Tatort aus Zürich trotz kleinerer Schwächen prima unterhalten: Unser Kritiker bewertete den Film mit guten 7 von 10 Punkten. Auch vom Publikum wurde der letzte neue Tatort vor der längsten „Sommerpause“ in der Geschichte der beliebten Krimireihe überwiegend sehr positiv aufgenommen. Die Einschaltquote lag mit 7,18 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern und einem Marktanteil von 29,8 Prozent unter dem Tatort-Schnitt, was für die Krimis aus der Schweiz hierzulande aber nicht ungewöhnlich ist.

Wie geht es nun in Zürich weiter?

Der zwölfte Tatort aus Zürich befindet sich bereits in Produktion: Unter Regie von Christian Theede, der bereits vier Saarbrücker Tatort-Folgen (zuletzt Der Fluch des Geldes) inszenierte, fiel im November 2025 die erste Klappe zum Schweizer Tatort Schuldig. Das Drehbuch stammt ebenfalls von einem Filmschaffenden mit reichlich Tatort-Erfahrung, nämlich von Jürgen Werner, der schon über 30 (!) Folgen der Krimireihe konzipierte – zuletzt die zu Abstellgleis und Cash. Im diesem Fall gerät ein ehemaliger Rockerboss, der nach acht Jahren aus der Haft entlassen wurde, ins Visier der Ermittlerinnen: Grandjean und Ott müssen den Tod seiner Exfrau uns das Verschwinden der gemeinsamen Tochter aufklären. Die beiden recherchieren unter anderem in Rockerclubs und in einer WG für Menschen mit Downsyndrom. Außerdem treffen sie auf einen Undercover-Kommissar, der mehr mit dem Fall zu tun hat, als er zugibt. Die TV-Premiere des Films ist laut SRF noch für dieses Jahr geplant, wir gehen vom Herbst 2026 aus.

Im Mai 2026 starteten darüber hinaus unter Regie von Torsten C. Fischer, der bereits über 20 Folgen für die Krimireihe inszenierte (zuletzt Die Schöpfung und Schmerz), die Dreharbeiten zu Tatort Nr. 13 aus Zürich: Isabelle Grandjean und Tessa Ott tauchen in True Scary Tales in die wachsende True-Crime-Szene ein, in der die Jagd nach Klicks dramatische Folgen hat. Nach dem Mord an einem Creator und dem Verschwinden seiner Schwester ermitteln die Zürcher Kommissarinnen in einem Fall, in dem Realität und Fiktion schwer zu unterscheiden sind. Schnell geraten Menschen in ihr Visier, deren reale Schicksale veröffentlicht wurden und die aus unterschiedlichen Gründen ein Tatmotiv haben. Das Drehbuch stammt von Adrian Illien, der bereits die Geschichte zum Schweizer Tatort Rapunzel von 2025 schrieb. Im TV soll dieser Krimi laut SRF im Jahr 2027 laufen.

Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Krimis aus der Schweiz in Vorbereitung: Drehbuchautor Uwe Lützen arbeitet gemeinsam mit Julie Olympia Cahannes und Flurina Gutmann an einem Tatort mit dem Arbeitstitel Verdrängte Welten. Alle drei Filmschaffenden würden damit ihr Debüt für die Krimireihe feiern. Ob und wann dieser Film in Produktion geht, ist aber noch ungewiss. Mit einem Sendetermin ist frühestens im Jahr 2027 zu rechnen.

Gleiches gilt für den Tatort Nachts wenn es brennt, an dessen Drehbuch Hendrik Hölzemann für das SRF arbeitet. Der Autor schrieb in den vergangenen Jahren fünf Tatort-Geschichten für den Saarländischen Rundfunk, zuletzt zu Der Fluch des Geldes und zu Das Herz der Schlange.

Die nächsten TV-Termine für den Schweizer Tatort:

Schuldig
voraussichtlich Herbst 2026

True Scary Tales
voraussichtlich im Jahr 2027

Verdrängte Welten
frühestens im Jahr 2027

Nachts wenn es brennt
frühestens im Jahr 2027

Über den Schweizer Tatort

Neben den Zürcher Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) zählen auch die Staatsanwältin Anita Wegenast (Rachel Braunschweig), der Kriminaltechniker Noah Löwenherz (Aaron Arens) sowie Otts guter Freund Charlie Locher (Peter Jecklin) und Grandjeans Lebensgefährte Milan Mandic (Igor Kovac) zum festen Figurenensemble im Schweizer Tatort. Sein Debüt gab das Team 2020 im Tatort Züri brännt.

Bei der Produktion seiner Tatort-Folgen legt das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hohen Wert auf Diversität und Klimafreundlichkeit: Vor der Kamera stehen exakt so viele Frauen wie Männer. Auch bei der Crew ist das Geschlechterverhältnis fast ausgeglichen. Mit Blick auf die Einschaltquoten in Deutschland nützt das aber wenig, denn das deutsche Publikum tut sich mit den Tatort-Teams der Eidgenossen traditionell schwer. Fast alle Zürcher Tatort-Folgen (Ausnahme: Blinder Fleck) verfehlten hierzulande (teils deutlich) die 8-Millionen-Zuschauer-Marke, was dem Team aus der Schweiz einen Platz auf den hintersten Rängen der Zuschauergunst beschert. Seit dem für zwei Filmpreise nominierten Von Affen und Menschen und dem packenden Serienkiller-Thriller Fährmann, beide aus dem Jahr 2024, scheinen die beiden aber zumindest qualitativ in der Krimireihe angekommen zu sein.

Ihren Vorgängern ist das bis zuletzt nicht gelungen: Grandjean und Ott haben 2020 die Nachfolge der Luzerner Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) angetreten, die hierzulande stets einen schweren Stand hatten und 2019 im völlig missglückten Tatort Der Elefant im Raum zum letzten Mal auf Täterfang gingen. Highlights wie der spannende Sniper-Krimi Ihr werdet gerichtet, der kompromisslose Geiselnahme-Thriller Friss oder Stirb oder der herausragend inszenierte Echtzeit-Tatort Die Musik stirbt zuletzt waren in Luzern eher die Ausnahme als die Regel. Der Flückiger-Erstling Wunschdenken von 2011 war gar ein mittelschweres Desaster – was auch an der grottenschlechten Nachsynchronisation lag, die das SRF kurzfristig in Auftrag gegeben hatte.

Das wurde in den Jahren danach kaum besser: Neben den oft durchwachsenen Drehbüchern sorgte die meist mangelhafte Synchronisation der schwyzerdütschen Originalfassung für Kritik der deutschen TV-Zuschauer. In der Schweiz hingegen wird traditionell der O-Ton ausgestrahlt – und das auch schon zehn Minuten früher, weil der Tatort dort sonntags schon um 20.05 Uhr gezeigt wird. Kritik entzündet sich hierzulande auch am französischen Dialekt von Isabelle Grandjean – dabei ist gerade die Mischung aus Hochdeutsch, Schwyzerdütsch und Französisch ja kennzeichnend für unser multilinguales Nachbarland.