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Wann kommt der nächste Tatort aus Kiel?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten neuen Kieler Tatort mit Mila Sahin (Almila Bagriacik) und Elli Krieger (Karoline Schuch) sendet und was gerade gedreht wird.


Die letzte neue Tatort-Folge mit Hauptkommissarin Mila Sahin (Almila Bagriacik) und Polizeipsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch), die in Kiel Klaus Borowski (Axel Milberg) beerbt hat, lief am 18. Oktober 2026 und hieß Unter Feinden: Sahin sucht darin den Mörder ihrer alten Polizeischulfreundin Anna Nowak (Lilith Stangenberg) mit der sie im Vorgänger Unter Freunden einmalig gemeinsam ermittelt hatte.

Der zweite Teil der Kieler Doppelfolge hat uns genauso gut gefallen wie der erste: Unser Kritiker vergab erneut überzeugende 7 von 10 Punkten. Auch bei großen Teilen des TV-Publikums kam der Krimi sehr gut an. Die Einschaltquote lag bei Unter Feinden sogar noch leicht höher als einen Sonntag zuvor bei Unter Freunden: 7,25 Millionen Menschen verfolgten die TV-Premiere im Ersten, was einem starken Marktanteil von 29,6 Prozent entsprach.

Wie geht es nun in Kiel weiter?

Zwei weitere Kieler Tatort-Folgen befinden sich seit Oktober 2025 in Produktion und sollen im Jahr 2027 ausgestrahlt werden: Sie tragen die Arbeitstitel Wer Wölfe ruft und Goldspinner. Regie bei beiden Krimis führte Jens Wischneswki, der 2018 schon die starke Stuttgarter Tatort-Folge Anne und der Tod inszenierte. Die Bergedorfer Zeitung berichtet über Dreharbeiten an der Elbe, die Kieler Nachrichten und der NDR von einem Dreh am Opernhaus. Anders als der langjährige Kriminalrat Roland Schladitz (Thomas Kügel), der der Belegschaft in Unter Feinden seinen Nachfolger Robert Iwersen (Yorck Dippe) vorstellt, ist Iwersen in diesen beiden Krimis wieder mit von der Partie.

Das Drehbuch zu Wer Wölfe ruft schrieb Christoph Busche, der in den vergangenen Jahren bereits die Geschichten zu den drei Dresdner Folgen Rettung so nah, Das kalte Haus und Unter Feuer beisteuerte. Sahin und Krieger jagen in diesem Film einen Serienmörder. Eine heiße Spur ergibt sich durch die Aussage einer Busfahrerin, die behauptet, sie habe den Täter gesehen. Das letzte Opfer ist einer ihrer Kollegen. Doch schnell keimen Zweifel an ihrer Aussage auf: Schon häufiger hat die Frau Aussagen bei der Polizei gemacht, die sich später als falsch herausstellten.

Das Drehbuch zu Goldspinner stammt aus der Feder von Marija Erceg, die zuletzt auch die Geschichte zum Dresdner Tatort Was bleibt schrieb. In diesem Krimi tauchen Krieger und Sahin in die Welt des Fußballs ab, nachdem ein gewaltbereiter Fußballfan tot aufgefunden wurde. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Fall etwas mit einem alten, unaufgeklärten Angriff auf einen jungen Polizisten zu tun haben könnte. Eine weitere Spur führt zu einem Hooligan, der inzwischen junger Vater ist und sich womöglich im Streit vom Ermordeten lossagen wollte. Dessen ehrenamtliche Bewährungshelferin gibt ihm aber ein falsches Alibi.

Darüber hinaus befinden sich seit Oktober 2026 noch zwei weitere Tatort-Folgen mit Sahin und Krieger in Produktion, die ebenfalls direkt nacheinander gedreht werden: Sie tragen die Arbeitstitel Göteborg und Rettungsschuss. Regie führt bei beiden Filmen Hans-Christian Schmid, der sein Debüt für die Krimireihe gibt. Ausgestrahlt werden sollen die zwei Folgen im Jahr 2028. Der NDR selbst berichtet auf seiner Website von den Dreharbeiten an der Förde.

Das Drehbuch zu Göteborg schrieb Regisseur Hans-Christian Schmid selbst – gemeinsam mit Nicole Spörle, die wie Schmid erstmalig für die Krimireihe aktiv ist, und Stefan Dähnert, der schon zahlreiche Tatort-Drehbücher beisteuerte (zuletzt das zu Sashimi Spezial). Im Krimi geht es um einen Sorgerechtsstreit: Als ein Zollbeamter erfährt, dass seine Ex-Frau mit dem gemeinsamen Sohn wegziehen will, eskaliert die Situation. Nach einem Schuss auf die Familienbeiständin flüchten Vater und Sohn in einem Wohnmobil und versuchen, eine Fähre nach Schweden zu erreichen.

Das Drehbuch zu Rettungsschuss stammt aus der Feder von Lena Fakler, die damit ebenfalls ihr Tatort-Debüt gibt. Im Film wird ein Streifenpolizist tot vor seinem Revier aufgefunden. Für seine Vorgesetzten deutet alles auf Suizid hin. Der Mann war Witwer, alleinerziehender Vater und seit einem belastenden Schusswaffeneinsatz psychisch angeschlagen. Sahin und Krieger kommen aber Zweifel an dieser Theorie. Zwischen Korpsgeist, Loyalität und Vertuschung geraten sie in ein Geflecht aus Schweigen und Druck.

Hauptdarstellerin Almila Bagriacik, die seit Borowski und das Haus der Geister von 2018 als Mila Sahin an der Förde ermittelt, will der Krimireihe auch darüber hinaus noch lange erhalten bleiben: „Ich möchte gerne mit dem Tatort alt werden. Ich finde es schön, eine Rolle über sehr lange Zeit zu entwickeln und später die Leute sagen zu hören: Die Sahin, das war mal eine richtig coole Sau“, so die Schauspielerin im August 2022 in einem NOZ-Interview. Kurios ist aus heutiger Sicht, dass auch ihre jetzige Tatort-Partnerin Karoline Schuch in Borowski und das Haus der Geister mitwirkte: Schuch spielte darin allerdings noch nicht Elli Krieger, sondern eine andere Episodenrolle.

Die nächsten TV-Termine für den Kieler Tatort:

Wer Wölfe ruft
im Jahr 2027

Goldspinner
im Jahr 2027

Göteborg
im Jahr 2028

Rettungsschuss
im Jahr 2028

Über den Kieler Tatort

In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ermittelte über zwanzig Jahre lang der mürrische Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg), der die Krimis aus dem hohen Norden wie kein zweiter Ermittler prägte und dem in seiner langen Tatort-Amtszeit zwischen Väter von 2004 und Borowski und das Haupt der Medusa von 2025 mehrere Partner zur Seite gestellt wurden. Sein Vorgesetzter blieb dabei immer derselbe: Roland Schladitz (Thomas Kügel) und Borowski verbindet ein freundschaftliches Verhältnis.

Wurde Borowski bei seinen ersten Einsätzen von dem weitestgehend profillosen Assistenten Alim Zainalow (Mehdi Moinzadeh, letzter Auftritt in Schichtwechsel von 2004) unterstützt, waren die Tatort-Folgen in den Jahren danach von Borowskis Zusammenarbeit mit der charismatischen Polizeipsychologin Frieda Jung (Maren Eggert) geprägt, in die er sich auch verliebte. Auf Jung folgte die technikaffine Sarah Brandt (Sibel Kekilli), die der Kieler Kommissar 2011 in Borowski und eine Frage von reinem Geschmack kennenlernen und in Borowski und der coole Hund dann auch fest in sein Team nehmen durfte. Brandt war letztmalig in Borowski und das Fest des Nordens in der Krimireihe zu sehen – eine der ganz wenigen Kieler Tatort-Folgen, die beim Publikum sehr schlecht ankamen.

Nach Kekillis Ausstieg trat die deutsch-türkische Ermittlerin Mila Sahin (Almila Bagriacik) im Tatort Borowski und das Haus der Geister an der Förde den Dienst an und ist dem Team bis heute erhalten geblieben. Ab 2026 ermittelt sie aufgrund des Tatort-Ausstiegs von Axel Milberg mit der Polizei-Psychologin Elli Krieger (Karoline Schuch).

Für großes Aufsehen sorgte in den letzten Jahren die „Korthals-Trilogie“, bei der es Borowski in drei verschiedenen Tatort-Folgen mit demselben Gegenspieler zu tun bekam: Der von Lars Eidinger bravourös gespielte, psychopathische Serienmörder Kai Korthals zählt nicht nur zu den gruseligsten, sondern auch zu den beliebtesten Bösewichten der Tatort-Geschichte und hinterließ bei seinen Auftritten in Borowski und der stille Gast von 2012, Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes von 2015 und Borowski und der gute Mensch von 2021 nachhaltig Eindruck. In Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes gab es zudem ein Wiedersehen mit Psychologin Jung, die im Film in die Fänge des Psychopathen gerät.

Die drei vielgelobten Tatort-Folgen wurden zugleich von einem Drehbuchautor geschrieben, der in den vergangenen Jahren sehr häufig für den Krimi aus dem hohen Norden aktiv war: Der für seine wendungsreichen Geschichten bekannte Sascha Arango konzipierte nicht nur die grandiose Korthals-Trilogie, sondern auch viele weitere Kieler Tatort-Folgen. Dazu zählen zum Beispiel der überragende  Fall Borowski und das Mädchen im Moor von 2008, der Tatort Borowski und das Glück der Anderen von 2019 oder Borowski und der Wiedergänger von 2024. Kennzeichnend für diese Fälle ist unter anderem der Verzicht auf das Whodunit-Prinzip: Anders als in der Krimireihe üblich ist der Täter dem Publikum von Beginn an bekannt – und das Publikum darf in bester Columbo-Manier dabei mitfiebern, ob es dem Ermittler gelingen wird, dem Verbrecher das Handwerk zu legen. Auch den letzten Borowski-Tatort Borowski und das Haupt der Medusa schrieb Sascha Arango.