Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten Frankfurter Tatort mit der „Abteilung Altfälle“, also Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic), sendet – und was gerade gedreht wird.
Die letzte neue Tatort-Folge mit Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) lief am 22. März 2026 und hieß Fackel: Bei seinem dritten Einsatz in der Mainmetropole rollt das Ermittlerduo aus Frankfurt einen Suizid im Zusammenhang mit einem verheerenden Hochhausbrand auf, bei dem zahlreichen Menschen ihr Leben verloren.
Auch der dritte Tatort mit Azadi und Kulina gefiel uns sehr gut: Trotz kleinerer Schwächen bei der Figurenzeichnung vergab unser Filmkritiker starke 8 von 10 Punkten. Beim Publikum fiel die Resonanz auf den Film – wie bereits nach den ersten zwei Folgen des Frankfurter Duos – äußerst positiv, ja geradezu euphorisch aus. Auch die Einschaltquote erreichte mit gut 8,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sowie einem Marktanteil von 33,8 Prozent in Deutschland einen exzellenten Wert.
Wie geht es nun in Frankfurt weiter?
Die nächsten zwei Tatort-Folgen mit Azadi und Kulina, die die Arbeitstitel Vier Finger und Nebel tragen, werden seit Juni 2026 direkt nacheinander gedreht: Beide Fälle inszeniert Andreas Prochaska, dessen letzter Tatort genau 20 Jahre zurückliegt. Der österreichische Filmemacher saß einst beim Wiener Tatort Tod aus Afrika am Ruder und war seit 2006 nicht mehr für die Krimireihe im Einsatz.
Das Drehbuch zu Vier Finger stammt von Constantin Lieb, der erstmalig eine Geschichte für die Krimireihe geschrieben hat, und dem Regisseur selbst. Es basiert auf einer Erzählung von Markus Busch, der bereits das Drehbuch zum Frankfurt Vorgänger Feuer beisteuerte. Im Film behauptet eine ehemalige Kellnerin, einen seit den 90er-Jahren als vermisst gemeldeten Mann wiedererkannt zu haben. Er kam damals angeblich bei einem Bombenanschlag ums Leben. Der ungelöste Altfall landet bei Azadi und Kulina. Sie finden heraus, dass die Behörden einst von organisierter Kriminalität im Drogenmilieu ausgingen, in Wahrheit aber ein politisch motiviertes Attentat auf die iranische Opposition in Deutschland vorliegen könnte. Azadi ermittelt in diesem Fall seit Jahren heimlich auf eigene Faust. Der Fall soll laut HR noch im November 2026 ausgestrahlt werden, was einer Rekordzeit zwischen Dreh und TV-Premiere gleichkäme. Ob dieser Termin tatsächlich gehalten werden kann, bleibt daher abzuwarten.
Das Drehbuch zu Nebel schrieb ebenfalls Constantin Lieb, hier allerdings gemeinsam mit Jan-Ole Gerster. Der durch Arthouse-Filme wie Oh Boy bekannt gewordene Regisseur, der mit der früheren Tatort-Münster-Darstellerin Friederike Kempter liiert ist, gibt ebenfalls sein Debüt für die Krimireihe. In diesem Frankfurter Tatort geht es um einen Cold Case von 1987, der an Sandra Schatz (Judith Engel), die Chefin von Azadi und Kulina, herangetragen wird: Damals fielen im flackernden Stroboskoplicht eines Schwulenclubs plötzlich Schüsse, fünf Männer kamen bei einem Amoklauf ums Leben. Der Fall gilt seit Jahrzehnten als gelöst, da sich der Hauptverdächtige in der Untersuchungshaft das Leben nahm. Die neuen Nachforschungen rücken nun nicht nur andere Verdächtige ins Licht, sondern bringen auch eine herzzerreißende, lange verschwiegene Liebesgeschichte an die Oberfläche. Der Hessische Rundfunk hat diesen Krimi für das Jahr 2027 angekündigt.
Beim TV-Publikum kommen Azadi und Kulina ganz hervorragend an: Ihr vielgelobter Erstling Dunkelheit, der im Herbst 2025 ausgestrahlt wurde, erhielt wenige Tage vor der TV-Premiere von Fackel einen Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. Während die aus dem Iran stammende Melika Foroutan mit ihrem Engagement für die Krimireihe trotz langjähriger TV-Erfahrung Neuland betrat, brachte der aus Bosnien-Herzegowina stammende Edin Hasanovic reichlich Tatort-Erfahrung mit: Vor seinem Dienstantritt in „Mainhattan“ war er 2010 im Münchner Tatort Die Heilige, 2012 im Ludwigshafener Tatort Der Wald steht schwarz und schweiget und 2013 im Berliner Tatort Gegen den Kopf vor der Kamera zu sehen. „Uns war es wichtig, mit unserem neuen Team die Internationalität und kulturelle Vielfalt Frankfurts abzubilden. Mit Melika Foroutan und Edin Hasanovic haben wir die bestmögliche Besetzung, die man sich nur wünschen kann“, kommentierte der HR damals die Besetzung der Rollen.

Der nächste TV-Termin für den Frankfurter Tatort:
Vier Finger
voraussichtlich November 2026
Nebel
voraussichtlich im Jahr 2027
Über den Frankfurter Tatort
Während die aus dem Iran stammende Melika Foroutan mit ihrer Tatort-Rolle als Maryam Azadi 2025 trotz viel TV-Erfahrung Neuland betrat, brachte der aus Bosnien-Herzegowina stammende Edin Hasanovic, der Azadis Kollegen Hamza Kulina mimt, reichlich Tatort-Erfahrung mit: Er war bereits 2010 im Münchner Tatort Die Heilige, 2012 im Ludwigshafener Tatort Der Wald steht schwarz und schweiget und 2013 im Berliner Tatort Gegen den Kopf vor der Kamera zu sehen. „Uns war es wichtig, mit unserem neuen Team die Internationalität und kulturelle Vielfalt Frankfurts abzubilden. Mit Melika Foroutan und Edin Hasanovic haben wir die bestmögliche Besetzung, die man sich nur wünschen kann“, kommentierte der Hessische Rundfunk damals die Besetzung der Rollen.
Anders als in vielen anderen Tatort-Städten soll im Ermittlergespann der „Abteilung Altfälle“, die sich am Main um Cold Cases kümmert, Harmonie herrschen. Melika Foroutan sagt über den Frankfurter Krimi: „In unserem Tatort liegt der Fokus auf den Opfern sowie deren Angehörigen und Freunden. Wer waren die Menschen, die brutal aus dem Leben gerissen wurden? Was macht das mit den Hinterbliebenen? Jedes Leben ist gleich viel wert. Diese scheinbar selbstverständliche Aussage möchten wir mit unserem Tatort ins Zentrum stellen.“ Und Edin Hasanovic sagt über seine Rolle: „Ich bin sehr froh, mit Hamza Kulina eine facettenreiche Polizistenfigur erzählen zu können, die die Straße kennt und trotzdem ein feinfühliger Ermittler ist.“
Beide Schauspieler nahmen übrigens Einfluss auf die Namen ihrer Figuren: Während Edin Hasanovic mit dem Vornamen „Hamza“ an den 22-jährigen Hamza Kurtovic erinnert, der 2020 bei einem rassistischen Anschlag in Hanau ermordet wurde, ist „Azadi“ das iranische Wort für „Freiheit“. Mit dem Slogan „Jin, Jiyan, Azadî“ (= Frau, Leben, Freiheit) protestierten in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen im Iran gegen die Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen.
Die Vorgänger von Azadi und Kulina in „Mainhattan“ waren bis 2024 Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch), die bis zu ihrer spektakulären Abschiedsfolge Es grünt so grün, wenn Frankfurts Berge blüh’n vielleicht die größte Wundertüte unter den Tatort-Produktionen stellten. Bärenstarken Folgen wie dem Tatort Die Geschichte vom bösen Friederich von 2016, Unter Kriegern von 2018 oder Finsternis von 2022 standen auch enttäuschende Folgen wie Der Turm aus demselben Jahr oder das gescheiterte Horror-Experiment Fürchte dich von 2017 gegenüber. Auch an eigenwilligen Folgen wie Die Guten und die Bösen von 2020, Leben Tod Ekstase von 2022 oder Erbarmen. Zu spät. von 2023 schieden sich die Geister.
Während auf den Ermittlerpositionen seit dem Dienstantritt von Janneke und Brix im Tatort Kälter als der Tod von 2015 Kontinuität und Harmonie herrschten, wechselte der Hessische Rundfunk (HR) auf der Position des Vorgesetzten fleißig durch. Wurden die beiden anfangs noch von Kommissariatsleiter Henning Riefenstahl (Roeland Wiesnekker) auf neue Fälle angesetzt, übernahm 2017 in Land in dieser Zeit der seltsame Kripo-Chef und Literaturliebhaber Fosco Cariddi (Bruno Cathomas) das Kommando. Ab Ende 2018 berichten Janneke und Brix an Staatsanwalt Bachmann (Werner Wölbern), der erstmalig in Der Turm zu sehen war. In Luna frisst oder stirbt, Finsternis und Leben Tod Ekstase fehlte Bachmann, feierte in Erbarmen. Zu spät. aber letztmalig ein Comeback.
In den Jahrzehnten davor schickte der für seinen Mut berühmt-berüchtigte Hessische Rundfunk – man denke auch an die eigenwilligen, aber mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichneten Tatort-Folgen aus Wiesbaden – in „Mainhattan“ zwei Teams ins Rennen, die für einige der besten Folgen überhaupt verantwortlich zeichnen: Der Tatort Weil sie böse sind von 2010 mit den Hauptkommissaren Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) und Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) zählt bis heute zu den meistgelobten Tatort-Folgen überhaupt. Auch die zutiefst beklemmenden Krimdramen Herzversagen von 2004 oder Unter Uns von 2007 sorgten nicht nur bei der nah am Wasser gebauten Ermittlerin Sänger für Tränen.
Nachdem Dellwo und Sänger sich 2010 aus der Krimireihe verabschiedeten, begann die nicht minder überzeugende, aber vergleichsweise kurze Tatort-Zeit von Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf), die unter anderem in den starken Folgen Der Tote im Nachtzug von 2011 oder Wer das Schweigen bricht von 2014 ermittelten. Während Kunzendorf den Tatort nach wenigen Fällen wieder verließ, war Król noch in zwei weiteren Folgen zu sehen – im umstrittenen Tatort Der Eskimo, bei dem Steier einmalig die nassforsche Kommissarsanwärterin Linda Dräger (Alwara Höfels) unterstützte, und im überragenden Tatort Das Haus am Ende der Straße von 2015 mit einem Armin Rohde in absoluter Top-Form.


