Bild: NDR/Georges Pauly

Wann kommt der nächste Tatort mit Wotan Wilke Möhring?

Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten neuen Hamburger Tatort mit Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) sendet – und was gerade gedreht wird.


Die letzte neue Tatort-Folge mit Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) hieß Schweigen und lief am 1. Dezember 2024: Der Hamburger Bundespolizist nimmt sich darin eine Auszeit in einem Kloster und stößt nach dem Mord an einem Priester auf einen Pädophilenring.

Uns hat das beklemmende Krimidrama, das erstmalig in der Geschichte der Krimireihe die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche thematisierte, gut gefallen: Unser Kritiker vergab überzeugende 7 von 10 Punkten. Auch beim Publikum kam der Fall überwiegend gut bis sehr gut an, die Einschaltquote von 8,51 Millionen Menschen in Deutschland fiel ebenfalls sehr solide aus.

Wie geht es nun in Hamburg weiter?

Im November 2023 startete der Dreh zu einem Crossover zwischen dem Bundespolizei-Tatort und dem ehemaligen Göttingen-Tatort: Das Drehbuch zu Die kälteste Maschine schrieb Georg Lippert, Regie führte Viviane Andereggen, die zuletzt die Schweizer Folgen Züri brännt und Schoggiläbe inszenierte. Der Film wurde später in Im Wahn umgetauft. Thorsten Falke ermittelt im Film in Hannover – und zwar gemeinsam mit seiner niedersächsischen Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba), die jahrelang mit Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) im ebenfalls vom NDR in Auftrag gegebenen Göttinger Tatort zu sehen war. Im Wahn ist nun Schmitz‘ letzter Einsatz für die Krimireihe (→ wir berichten auf einer Sonderseite). Die beiden untersuchen als Teil einer überregionalen Ermittlungsgruppe eine Messerstecherei, bei der zwei Menschen sterben. Dabei setzen sie auf die Unterstützung Künstlicher Intelligenz. Gedreht wurde unter anderem am Raschplatz in Hannover. Der TV-Termin für diesen Krimi steht bereits fest: Das Erste zeigt ihn am Ostermontag, 21. April 2025 um 20.15 Uhr

Darüber hinaus fiel im Oktober 2024 unter Regie von Grimme-Preisträger Hans Steinbichler die erste Klappe zu einer Tatort-Doppelfolge mit den Arbeitstiteln Ein guter Tag und Schwarzer Schnee: Es handelt sich dabei um eine deutsch-niederländische Co-Produktion, die nach einem Drehbuch von Alexander Adolph (Taxi nach Leipzig) und Eva Wehrum entstand und bei der Thorsten Falke im Grenzgebiet zu unserem Nachbarland ermittelt. Auf einem Campingplatz bei Emden verschwindet ein Autohändler, Blutspuren deuten auf ein Kapitalverbrechen hin. Die Ermittlungen führen Falke in die Niederlande. Ihm zur Seite stehen der hochbegabte Cyber-Kriminalist Mario Schmitt (Denis Moschitto) und die niederländische Kommissarin Lynn de Baer (Gaite Jansen). Ausgestrahlt werden soll diese Tatort-Doppelfolge laut NDR im Jahr 2026 – gut möglich, dass das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geschieht (etwa Ostersonntag/-montag oder Pfingstsonntag/-montag). Der Wochenblatt-Verlag berichtet über die Dreharbeiten und verwendet zudem die Arbeitstitel Über Grenzen – Ein guter Tag und Über Grenzen – Schwarzer Schnee.

Ob es eine dauerhafte Nachfolge von Julia Grosz (Franziska Weisz), die in Was bleibt letztmalig zu sehen war, geben wird, hat der NDR bisher noch nicht bekanntgegeben. Dass es mit dem Falke-Tatort noch eine Weile weitergeht, steht aber zumindest für den Hauptdarsteller außer Frage: „Ich finde es immer noch toll, in diese Lederjacke zu schlüpfen. Dann ist die Figur Falke bei mir direkt da. Wenn du die Entwicklung einer Figur über so viele Jahre erzählen kannst, ist das etwas ganz Besonderes. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht“, sagte Wotan Wilke Möhring im Mai 2022 im Podcast des TV-Magazins Prisma. Der SPIEGEL mutmaßte im November 2024 allerdings, dass „in Hamburg offenbar wieder ein neues Tatort-Revier in Planung ist“ – ob an diesem Gerücht etwas dran ist, wird sich zeigen.

Die nächsten TV-Termine für den Tatort aus Hamburg und Umgebung:

Im Wahn
Ostermontag, 21. April 2025, 20.15 Uhr, Das Erste

Ein guter Tag & Im Schnee
im Jahr 2026

Über den Tatort mit Wotan Wilke Möhring

Mit Blick auf die Publikumsresonanz und den Pressespiegel haben die Tatort-Folgen mit Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) ein wenig nachgelassen, was sich auch in schwächeren Einschaltquoten widerspiegelt: Wollten das Falke-Debüt Feuerteufel im Jahr 2013 noch über 10 Millionen Zuschauer sehen, haben sich die Quoten mittlerweile im deutlich siebenstelligen Bereich eingependelt. Im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Krimiformaten sind das freilich immer noch hervorragende Werte für den Norddeutschen Rundfunk (NDR), der die Folgen aus Hamburg und Umgebung in Auftrag gibt.

Während Falke seit 2013 für die Krimireihe ermittelt, herrscht an seiner Seite ein munteres Kommen und Gehen: Sein Debüt gab der im nordrhein-westfälischen Augustdorf geborene Wotan Wilke Möhring 2013 gemeinsam mit Petra Schmidt-Schaller, die als Kollegin Katharina Lorenz insgesamt sechsmal an seiner Seite zu sehen war. Auch Falkes Ex-Kollege Jan Katz (Sebastian Schipper) war anfangs eine feste Nebenfigur in den Hamburger Krimis, strich aber schon nach fünf Auftritten die Segel.

Während Falke und Lorenz in Feuerteufel noch für das Landeskriminalamt im Einsatz waren, beförderte sie der NDR nach dem zweiten Fall Mord auf Langeoog von 2013 zu Bundespolizisten. Petra Schmidt-Schaller verließ den Tatort aus dem hohen Norden dann im Jahr 2015: Ihren letzten Auftritt hatte die Schauspielerin im Tatort Verbrannt, der in Salzgitter spielt. Im Jahr darauf trat Franziska Weisz als Afghanistan-Rückkehrerin Julia Grosz in Zorn Gottes ihre Nachfolge an, der am Flughafen Hannover spielt.

Thorsten Falke und Julia Grosz, die von 2016 bis 2024 vor allem in Hamburg und der näheren Umgebung der Hansestadt zum Einsatz kamen, verschlug es in ihrer gemeinsamen Tatort-Zeit unter anderem in die niedersächsische Provinz (in Böser Boden von 2017), nach Lüneburg (in Alles was Sie sagen von 2018), auf die Hamburger Reeperbahn (in Die goldene Zeit von 2020), auf die Nordseeinsel Norderney (in Tödliche Flut von 2021) oder in ein Elite-Internat bei Holzminden (in Tyrannenmord von 2022). Nach dem dramatischen Abschied von Grosz im Tatort Was bleibt von 2024 nahm sich Falke in Schweigen zudem eine Auszeit in einem Kloster und löste dort seinen bisher einzigen Solo-Fall.

Dass Falke eher selten in Hamburg, sondern überwiegend in der näheren Umgebung der Stadt an der Elbe zum Einsatz kommt, liegt auch daran, dass es lange Zeit mit Nick Tschiller (Til Schweiger) und Yalcin Gümer (Fahri Yardim) ein anderes Hamburger Tatort-Team in Diensten des Norddeutschen Rundfunks gab. Von diesem Duo sind nach einem Zerwürfnis zwischen Sender und Schauspieler allerdings keine neuen Folgen mehr zu erwarten.