Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten neuen Dresdner Tatort mit Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) sendet – und was gerade gedreht wird.
Die letzte neue Dresdner Tatort-Folge lief am 1. Januar 2026 und hieß Nachtschatten: Oberkommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) muss darin gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) den Aufenthaltsort einer jungen Frau ermitteln, die offenbar in einem Kellerverlies eingesperrt ist. Ihre Schwester, die selbst dort gefangen gehalten wurde, ist entkommen und wendet sich hilfesuchend an die Kripo.
Uns hat dieser spannende Psychothriller gefallen – aufgrund einiger großer Logiklöcher im Drehbuch reichte es trotz der packenden Story aber nur für 6 von 10 Punkten auf unserer Bewertungsskala. Große Teile des Publikums störten sich an den logischen Schwächen der Geschichte weniger, insgesamt ergab sich für den Film ein sehr positives Stimmungsbild. Die Einschaltquote fiel dafür überraschend schwach aus: Gerade einmal 6,12 Mio. Menschen wollten den Tatort mit Winkler und Schnabel bei seiner TV-Premiere im linearen Fernsehen sehen – ein Marktanteil von 22,5 Prozent.
Wie geht es nun in Dresden weiter?
Im Herbst 2025 startete unter Regie von Alex Eslam, der bereits den vielgelobten Dresdner Tatort Das Nest inszenierte, der Dreh der nächsten Folge mit dem Arbeitstitel Das, was Du zurücklässt: In diesem Krimi nach einem Drehbuch von Thomas Sieben (Siebenschläfer) und Viola Schmidt, die auch die Geschichte zu Nachtschatten schrieb, wird eine Frau von einem Taxi überfahren. Kurz darauf wird der Fahrer des Wagens erschlagen. Bei der Auswertung seiner Dashcam wird klar, dass die Frau vor sein Taxi gestoßen wurde. Für Winkler ist der Ehemann der Toten der Hauptverdächtige. Schnabel hingegen hält ihn für unschuldig. Hatte die Ermordete einen Stalker? Ihr Debüt gibt in diesem Tatort die junge Kommissarsanwärterin Milla Brandis (Lilja van der Zwaag), die bei einer eigenmächtigen Recherche Zeugin eines weiteren Mordes wird. Im Fernsehen soll der Film nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks im Jahr 2026 seine Premiere feiern. Gedreht wurde unter anderem an der Marienbrücke und im Leipziger Stadtteil Gohlis-Süd.
Am Rande der Dreharbeiten von Nachtschatten äußerten sich Martin Brambach und Cornelia Gröschel zu einer Nachfolge von Karin Hanczewski, die nun offenbar geklärt ist: „Es wäre schon schön, wenn jemand Neues käme. Ob Frau oder Mann ist egal, Hauptsache, es kommt jemand, und lieber konträr. Schnabel und Winkler sind ja sehr regelkonform. Da braucht es jemanden, der ein bisschen mehr querschießt“, so Gröschel. Auch Martin Brambach äußerte sich: „Meine Figur hat ja auch davon gelebt, dass dort die zwei tollen Frauen waren. […] Wir sind dabei, das neu aufzustellen. Quasi aus der Not eine Tugend zu machen.“
Im April 2024 legte Martin Brambach in einem Interview mit dem Online-Portal Web.de nach: „Karins Ausstieg ist natürlich eine äußerst schwierige Situation für meine Figur, für die ja die Reibung mit den zwei Mitarbeiterinnen durchaus existentiell war. Das Schöne ist aber, dass Schnabel jetzt sehr viel mehr Raum bekommt, mehr ermitteln muss und Cornelia Gröschel eine großartige Kollegin ist, mit der ich ein paar neue Seiten an dieser wunderbaren Figur Schnabel entdecken darf. Wir haben auch schon zwei aufregende und sehr unterschiedliche Filme ohne Karin gedreht, und ich bin sehr gespannt, wie diese beim Publikum ankommen. Aber natürlich gibt es immer noch Raum für Schnabels herrliche Ausbrüche“, so der Schauspieler.
Im Jahr 2026 könnte es indes zu Verzögerungen oder zum Ausfall neuer Tatort-Produktionen beim MDR kommen: Wie das Medienportal DWDL berichtet, macht die Fusion der Programmdirektionen in Halle und Leipzig Probleme. MDR-Wunschkandidatin Jana Brandt, seit Jahren das Gesicht hinter vielen „Tatort“-Produktionen, bekam im Rundfunkrat keine Mehrheit für die neue Stelle als Leitung. Die Besetzung dieses Postens verschiebt sich deshalb mindestens bis ins Frühjahr 2026 und ein für das kommende Jahr geplanter „Tatort“ kann daher ggf. erst 2027 produziert werden. Auf DWDL-Anfrage beim Sender heißt es dazu, dass man wegen der aktuellen Situation im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2026 vorsorglich 10 Millionen Euro der veranschlagten Mittel habe sperren müssen.

Die nächsten TV-Termine für den Tatort aus Dresden:
Das, was Du zurücklässt
im Jahr 2026
Über den Dresdner (und Leipziger) Tatort
Das Tatort-Team aus Dresden hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Ermittlerteams gemausert – was nicht zuletzt an den hervorragenden Drehbüchern und dem hohen Spannungsfaktor der Fadenkreuzkrimis von der Elbe lag. Das ließ sich oft auch an der Einschaltquote beobachten: Der Tatort Rettung so nah etwa knackte 2021 sogar die 10-Millionen-Zuschauer-Marke. Der elektrisierende Horror-Tatort Parasomnia erreichte zwar ein kleineres Publikum, brachte im Herbst 2020 aber viele Tatort-Fans um ihren Schlaf. Nemesis entpuppte sich 2019 als beklemmendes Familiendrama und der packende Psychothriller Das Nest zählt für viele Fans zu den stärksten Folgen der jüngeren Vergangenheit.
Der Film von 2018 war zugleich der erste, in dem das Dresdner Team um Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Kripo-Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) in dieser Besetzung antrat: Von 2016 bis 2018 hatte Alwara Höfels in der Rolle als Hauptkommissarin Henni Sieland an der Seite von Hanczewski und Brambach agiert, verließ die Krimireihe aber wegen „unterschiedlicher Auffassungen zum Arbeitsprozess“ und einem „fehlenden künstlerischen Konsens“.
Dem Tatort aus Sachsen schadete dieser Personalwechsel nicht, ganz im Gegenteil: Seit dem Dienstantritt von Leonie Winkler im Tatort Das Nest zeigt der Pfeil in Dresden nach oben – gerade auch in der Gunst der jüngeren Zuschauer. Karin Gorniak und Henni Sieland hingegen hatten auch schwächere Fälle – darunter den Tatort Level X von 2017 oder den enttäuschenden Erstling Auf einen Schlag von 2016. In diesem Tatort ist einmalig auch Jella Haase als naive Polizeianwärterin Maria Magdalena Mohr zu sehen. 2025 verließ dann allerdings Karin Hanczewski die Krimireihe, ihre Figur Karin Gorniak ist letztmalig in Herz der Dunkelheit mit von der Partie. In Siebenschläfer von 2025 und Nachtschatten von 2026 ermitteln Winkler und Schnabel übergangsweise zweimal als Duo. In Das, was du zurücklässt von 2026 stößt Kommissarsanwärterin Milla Brandis (Lilja van der Zwaag) neu dazu.
Vorgänger der Dresdner Tatort-Ermittler in Diensten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) waren die Hauptkommissare Andreas Keppler (Martin Wuttke) und Eva Saalfeld (Simone Thomalla), die von 2008 bis 2015 in Sachsen auf Täterfang gingen – allerdings nicht im „Elbflorenz“, sondern in Leipzig. Dieses Team hatte noch mehr Ausreißer nach unten – etwa den schwachen Tatort Frühstück für immer von 2014 oder den nicht minder enttäuschenden Tatort Schwarzer Afghane von 2013. Mit Schwarzer Peter von 2009 oder dem Abschiedsfall Niedere Instinkte von 2015 waren aber auch überzeugende Krimis dabei.
Auch bei ihren Vorgängern hielten sich Licht und Schatten in etwa die Waage: Hauptkommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und sein vornamenloser Kollege Kain (Bernd Michael Lade) waren das erste ostdeutsche Tatort-Team, das im wiedervereinigten Deutschland in einem der neuen Bundesländer ermittelte. Die beiden traten 1993 im Tatort Ein Fall für Ehrlicher ihren Dienst in Dresden an und siedelten später nach Leipzig über.
Für große Aufmerksamkeit sorgten zwei Crossover-Folgen mit den beliebten Kölner Tatort-Kommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär), die in humorvoller Manier auch zur ost-westdeutschen Völkerverständigung beitrugen: Während die Ermittler aus dem Rheinland im Jahr 2000 zum Quartett in Leipzig nach Sachsen fuhren, gab es zwei Jahre später das Rückspiel in Nordrhein-Westfalen. Ähnlich praktizierten es MDR und WDR später mit der coproduzierten Doppelfolge Kinderland und Ihr Kinderlein kommet, in denen Ballauf und Schenk 2012 gemeinsam mit Keppler und Saalfeld ermitteln.


