Hier erfährst du, wann die ARD den nächsten Kölner Tatort mit Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) sendet – und welche Folgen bereits gedreht wurden.
Der letzte Kölner Tatort hieß Die letzten Menschen von Köln und wurde am 20. September 2026 ausgestrahlt: Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) müssen darin den Mord an einem Berufsschullehrer aufklären, der tot in einem Park aufgefunden wird. Die Spur führt in die Prepper-Szene.
Wir sahen einen kurzweiligen Kölner Tatort mit einem außergewöhnlichen Setting: Große Teile des Krimis spielen in einem Bunker. Aufgrund einiger Drehbuchmängel und eher zäher Ermittlungen außerhalb des Bunkers reichte es auf unserer Bewertungsskala dennoch nur für 6 von 10 Punkten. Beim Publikum hatte der Tatort einen etwas schwereren Stand, positive und negative Stimmen hielten sich in etwa die Waage. Die Einschaltquote fiel mit nur 7,38 Millionen Zuschauern in Deutschland allerdings so schwach aus wie bei einem Kölner Tatort zuletzt im Jahr 2015 (und zwar bei Benutzt) – der Marktanteil war mit 30,8 Prozent hingegen überragend.
Wie geht es nun in Köln weiter?
Anfang September 2025 starteten die Dreharbeiten für den 97. Fall für Ballauf und Schenk: Er heißt Die guten Leute und entstand unter Regie von Katrin Schmidt, die mit diesem Film ihr Debüt die Krimireihe gibt. Das Drehbuch zu diesem Tatort stammt aus der Feder von Johannes Rotter, der auch schon die Geschichten zu den Kölner Folgen Scheinwelten, Mitgehangen und Kein Mitleid, keine Gnade schrieb. Die Kölner Kommissare ermitteln im Film nach einem Raubmord in einer Bio-Bäckerei: Ein junger Geselle liegt erschlagen in der Backstube, im Büro fehlen 20.000 Euro. Eigentlich ist die Bäckerei ein Familienunternehmen im besten Sinne – doch der Schein trügt offenbar. Der Krimi sollte laut WDR ursprünglich noch im Jahr 2026 ausgestrahlt werden – ob dieser Termin angesichts der längsten Sommerpause aller Zeiten noch realistisch ist, wagen wir inzwischen allerdings zu bezweifeln. Wir gehen von einer TV-Premiere in der 1. Jahreshälfte 2027 aus.
Außerdem starteten im November 2025 weitere Dreharbeiten: So wie zuletzt bei Die Schöpfung, der im Januar 2026 ausgestrahlt wurde, führte beim 98. Tatort mit Ballauf und Schenk wieder Torsten C. Fischer Regie. Auch der Drehbuchautor ist derselbe: Die Geschichte zu Der Glücklichmacher, so der Arbeitstitel des Films, stammt aus der Feder von Wolfgang Stauch. Ballauf und Schenk beschäftigen sich in diesem Fall mit einem Familiendrama im Kölner Villenviertel Hahnwald: Ein ehemaliger Modefürst und Lebemann der Upper Class wurde tot im Wald aufgefunden. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Hauptkommissare auf eine zerrüttete Familie, die sich schon vor Jahren von ihm abgewandt hat und bei der alte Verletzungen, Misstrauen und Kränkungen tief sitzen. Mit der TV-Premiere dieses Krimis ist ebenfalls im Jahr 2027 zu rechnen. Vorab wird er am 1. November 2026 beim Film Festival Cologne gezeigt.
Für einen Paukenschlag sorgte der WDR dann im September 2026: Wie der Sender bekannt gab, verlässt Hauptdarsteller Klaus J. Behrendt die Krimireihe nach 100 Kölner Tatort-Folgen auf eigenen Wunsch. Der Glücklichmacher ist also noch nicht Behrendts letzter Tatort, Fall Nr. 100 soll laut der Pressemitteilung des Senders noch in diesem Jahr gedreht werden. Da der Sender die Die guten Leute als Fall Nr. 97 und Der Glücklichmacher als Nr. 98 ausweist, stellt sich die Frage nach Fall Nr. 99, über den bisher nichts bekannt ist. Über den Ausstieg von Behrendt, der seit 1992 den beliebten Kommissar Max Ballauf spielt und anfangs noch in Düsseldorf ermittelte, berichten wir auf dieser Sonderseite:
Tatort aus Köln: Klaus J. Behrendt hört als Max Ballauf auf
Dietmar Bär hingegen macht weiter und seit Oktober 2026 steht auch seine Nachfolgerin fest: Zukünftig ermittelt Freddy Schenk gemeinsam mit Hauptkommissarin Merle Rautenberg, die von Ricarda Seifried gespielt wird. Auch über diese Personalentscheidung berichten wir auf einer Sonderseite:
Tatort aus Köln: Ricarda Seifried beerbt Klaus J. Behrendt
Ihre Feuertaufe gibt Seifried im Kölner Tatort Entfesselt unter Regie von Torsten C. Fischer, der zuletzt Der Glücklichmacher (siehe oben) und Die Schöpfung inszenierte. Der Film, den der WDR bereits als 101. Kölner Tatort ausweist, entsteht nach einem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn, die unter anderem die Geschichten zu den Kölner Folgen Hubertys Rache, Colonius und zuletzt Die letzten Menschen von Köln schrieben. Der Krimi spielt zu großen Teilen im Zoo, wobei sich der WDR zu näheren Details der Handlung ungewöhnlich bedeckt hält: Schenk und seine neue Kollegin Rautenberg ermitteln im Fall eines ermordeten Tierarztes. Ausgestrahlt werden dürfte dieser Tatort frühestens Ende 2027, nachdem die letzten beiden Fälle mit Max Ballauf gesendet wurden.
Eine weitere Kölner Folge befindet sich derweil in Vorbereitung: Sie trägt den Titel Kaltgestellt und soll unter Regie von Pia Hellenthal gedreht werden. Die Filmemacherin inszenierte bereits die großartige Mockumentary How To Tatort, mit der das Bremer Tatort-Trio vorab eingeführt wurde. Nähere Details zur Handlung und zur Besetzung sind noch nicht bekannt. Dieser Krimi dürfte auch erst im Jahr 2028 ausgestrahlt werden.

Die nächsten TV-Termine für den Kölner Tatort:
Die guten Leute
voraussichtlich 1. Jahreshälfte 2027
Der Glücklichmacher
voraussichtlich im Jahr 2027
Entfesselt
frühestens Ende 2027
Kaltgestellt
voraussichtlich im Jahr 2028
Über den Kölner Tatort
Der Tatort aus Köln zählt mit seinen altgedienten Hauptkommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) zu den beliebtesten Ausgaben der Krimireihe – und das lässt sich auch an den Einschaltquoten ablesen. Ballauf und Schenk, die die zweitmeisten Tatort-Einsätze nach den Münchner Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) in ihrer Vita stehen haben und im Jahr 2022 ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feierten, knacken häufig sogar die 10-Millionen-Zuschauer-Marke. Das gelingt nur den wenigsten Tatort-Teams.
Ihr erster gemeinsamer Tatort Willkommen in Köln datiert bereits von 1997. Aus heutiger Sicht besonders interessant: Familienvater Schenk ist in diesem Tatort noch Oberkommissar und muss sich gegenüber seinem neuen Vorgesetzten – dem Junggesellen und leitenden Hauptkommissar Ballauf – zurückhalten, was schnell für schlechte Stimmung sorgt, da sich Schenk selbst Hoffnungen auf den Posten gemacht hatte. Ballauf hingegen ermittelte in den Jahren zuvor bereits achtmal im Düsseldorfer Tatort als Hauptmeister an der Seite von Kommissar Bernd Flemming (Martin Lüttge) und kehrt in dieser Folge aus den USA nach Deutschland zurück.
Während auf der Position der ab dem zweiten Tatort Bombenstimmung von 1997 auch gleichrangig gestellten Kriminalisten bis heute Konstanz herrscht, wurde auf der Assistenzposition im Kölner Tatort in den vergangenen Jahrzehnten munter durchgewechselt. In ihren Anfangsjahren wurden Ballauf und Schenk vierzehn Mal von der emsigen Lissy Pütz (Anna Loos) unterstützt, die in Fette Hunde von 2012 noch einmalig für einen Gastauftritt als Sängerin in den Kölner Tatort zurückkehrte.
Zu diesem Zeitpunkt war ihre Nachfolgerin längst in Amt und Würden: Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt), die erstmalig in der Folge Die Frau im Zug aus dem Jahr 2000 auftrat, prägte den Kölner Tatort mehr als ein Jahrzehnt und feierte 2013 im Tatort Franziska, der aufgrund seiner drastischen Gewaltdarstellungen erst nach 22 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden durfte, einen spektakulären Abgang. Mittelstaedt hatte über die Jahre ein wenig die Lust an der ewigen Nebenrolle verloren, die ihr wenig Raum zur schauspielerischen Entfaltung bot.
In den Jahren danach folgte ein munteres Kommen und Gehen: Nach einer Art „Casting“, bei dem sich mehrere Assistenten für jeweils eine Folge im Präsidium ausprobieren durften, setzte sich der homosexuelle Tobias Reisser (Patrick Abozen, erster Auftritt in Der Fall Reinhardt von 2014) gegen seine Konkurrentin Miriam Häslich (Lucie Heinze, zu sehen in Ohnmacht) und die nachnamenlose Aushilfsassistentin Gabi (Kathrin Angerer, zu sehen in Wahre Liebe) durch. Er blieb aber nur bis zum ungewohnt schwachen Kölner Tatort Bausünden von 2018.
Im selben Jahr trat der gemütliche Norbert Jütte (Roland Riebeling), der vorher für die „Sitte“ tätig war und seine Vorgesetzten mit seiner gemächlichen Gangart regelmäßig zur Verzweiflung bringt, im Tatort Mitgehangen seinen Dienst in der Domstadt an. Er zählt bis heute zum Team – ebenso wie die Kriminaltechnikerin Natalie Förster (Tinka Fürst, Debüt 2021 in Der Tod der Anderen) und Rechtsmediziner Dr. Roth (Joe Bausch), der sogar schon seit 1998 dabei ist (erster Auftritt in Manila).


